CDU fordert Schulkonzept und Elternbeteiligung

Verbundschule oder Gemeinschaftsschule: Noch viele Fragen bleiben offen

22.04.2011, 21:18 Uhr | Walter Strop

Der bereits von Bad Lippspringe nach Schlangen ausgelagerten Hauptschule steht die Auflösung wegen fehlender Schüler in der nächsten Zeit bevor und von einigen Parteien wird zur Erhaltung eines weiterführenden Schulsystems in Schlangen und Bad Lippspringe die Bildung einer Gemeinschaftsschule gefordert.

Die Hauptschulen in vielen Städten NRW´s stehen aufgrund der aktuellen Anmeldezahlen vor dem Aus. Immer weniger Zuspruch findet dieser Schultyp bei Eltern und Schülern und wird auch von Lehrern pädagogisch als schwierig eingestuft. Damit steht eine tiefgreifende Veränderung der Schulstrukturen bevor. Als einen Königsweg sieht die Landesregierung die Einführung einer Gemeinschaftsschule – zunächst als Schulversuch – an.

Was würde dies für Bad Lippspringe bedeuten? Die Haupt- und Realschule werden zusammen gelegt und die Schüler nach einem gemeinsamen noch zu erstellenden Konzept unterrichtet. Dafür ist jedoch ein sehr qualifiziertes Lehrerkollegium mit einem in sich stimmigen Schulkonzept notwendig, das die Schüler best möglichst auf ihren weiteren Lebensweg vorbereitet. Eine Änderung der jetzigen Schulform ohne ausgewogene und konkrete Inhalte hinsichtlich der Lehrpläne und der internen pädagogischen Arbeitsstruktur ist aber nach Auffassung der CDU Bad Lippspringe kurzsichtig und dient keinesfalls einem ausgewogenen zukunftsorientierten Bildungssystem, eine Gemeinschaftsschule an beiden Standorten Schlangen und Bad Lippspringe zudem fraglich.

„In dem von Schulfachmann Dr. Detlef Garbe vorgelegten Gutachten werden zwei mögliche Lösungsalternativen vorgeschlagen – zum einen eine Verbundschule, zum anderen eine Gemeinschaftsschule“, sagt der CDU Fraktionsvorsitzende Walter Strop, „aber ganz akut drängt uns hier vor Ort niemand.“ Denn die Expertise von Herrn Dr. Garbe belegt, dass die Realschule in Bad Lippspringe bis 2018 noch mit gesicherten Anmeldeerwartungen eine Bestandsgarantie hat, während die Hauptschule noch bis zum Schuljahr 2012/13 gesichert ist.

Daher will die CDU vor einer Entscheidung über ein künftiges Schulmodell in Bad Lippspringe erst einmal Antworten auf wesentlichen Fragen finden. CDU Fraktionschef Walter Strop fordert in diesem Zusammenhang auch klare Antworten aus Düsseldorf: „Angesichts des aktuellen Urteils des Verwaltungsgerichts Arnsberg, das die Einrichtung einer solchen Gemeinschaftsschule in sauerländischen Finnentrop untersagt, erwarten wir von der Landesregierung viel deutlichere Aussagen als bisher, insbesondere auch eine gesetzeskonforme Ausgestaltung. Das Verwaltungsgericht Arnsberg urteilte nämlich, dass die Änderung der Schulstruktur ohne eine Änderung des Gesetzes nicht zulässig sei“. Neben diesen grundsätzlichen aktuellen Fragen sieht die CDU auch große Probleme in der praktischen Umsetzung, nämlich der Frage nach dem Standort einer zukünftigen Gemeinschaftsschule sowie insbesondere auch der Inhalte im Hinblick auf das noch nicht einmal im Ansatz existierende Konzept.

Auch CDU Stadtverbandsvorsitzende Gabriele Mertens-Zündorf sieht noch viele Fragezeichen vor der Einführung einer Gemeinschaftsschule: „Für uns ist es unumgänglich, alle betroffenen Eltern zu solchen Fragen zu hören – das, was uns bisher an Meinung dazu präsentiert wurde, waren lediglich Einzelmeinungen, keine flächen- oder jahrgangsabdeckende Elternbefragung Dazu muss aber zwingend ein Konzept vorliegen, an dem sich eine Meinunghsbildung orientieren kann“. Einig ist sich die CDU darüber, dass „Schnellschüsse“ nicht die Lösung bringen können. „Eine Gemeinschaftsschule können wir uns zwar grundsätzlich vorstellen, aber nicht um jeden Preis. Wenn jetzt seitens einiger Parteien ohne Vorlage eines tragfähigen Konzeptes gefordert wird, in das kalte Wasser des Schulversuches „Gemeinschaftsschule“ zu springen, so ist dies der falsche Weg. Solche Entscheidungen bringt man nicht auf die Schnelle und am Elternwillen vorbei auf den Weg und angesichts der aktuellen gerichtlichen Entscheidung ist es zunächst sinnvoll, ein vernünftiges, tragfähiges Konzept für eine zukünftige Schulform in Bad Lippspringe in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schlangen zu entwickeln. “, so Walter Strop, „ohne Not funktionierende vorhandene Schulformen über Bord zu werfen, Eltern zu verunsichern und in unbekannte Tiefen eines Bildungssees zu tauchen, dessen Ufer zurzeit nicht erkennbar sind, macht keinen Sinn“.

Die CDU Bad Lippspringe fordert daher die verantwortlichen Lehrer von Haupt- und Realschule auf, unter Beteiligung der Verwaltung ein Konzept für eine Gemeinschaftsschule zu entwickeln, die Standortfrage mit der Bezirksregierung abzuklären und dann dieses Konzept der Öffentlickeit vorzustellen, damit auf dieser Basis gemeinsam eine Entscheidung getroffen werden kann.

„Ohne Konzept und ohne Zustimmung der Eltern darf keine Beteiligung an dem derzeit laufenden Schulversuch zustande kommen“, so Walter Strop.