Badestädter CDU: Für konservative Werte und die Landesgartenschau

Mitgliederversammlung am 9. Dezember 2010

10.12.2010, 23:54 Uhr | Gabriele Mertens-Zündorf | Hotel zur Post
Der neue stv. CDU-Vorsitzende Georges Mailo, Dr. Carsten Linnemann MdB, CDU-Vorsitzende Gabriele Mertens-Zündorf, Fraktionschef Walter Strop sowie der neue Beisitzer im Vorstand Bastian Heggemann (v.li.n.re).
Der neue stv. CDU-Vorsitzende Georges Mailo, Dr. Carsten Linnemann MdB, CDU-Vorsitzende Gabriele Mertens-Zündorf, Fraktionschef Walter Strop sowie der neue Beisitzer im Vorstand Bastian Heggemann (v.li.n.re).

Die Schärfung konservativer Werte und die Besinnung auf das „C“ in der CDU, neue Vorstandsmitglieder und ein einstimmiges Votum für die Landesgartenschau. Das sind die wichtigsten Fakten der jüngsten Mitgliederversammlung des Bad Lippspringer CDU-Stadtverbandes, der am Donnerstagabend den Bundestagsabgeordneten Carsten Linnemann  zu Gast hatte.

Knapp 40 Parteimitglieder begrüßte die Stadtverbandsvorsitzende Gabriele Mertens-Zündorf im Gasthof zur Post und wies auf einige Neuigkeiten bei der Badestädter CDU hin. So sei die Homepage der Stadtpartei neu aufgestellt und eröffne bessere Kommunikationsmöglichkeiten der Bürger mit den Fraktionsmitgliedern und der Parteispitze. Zum intensiveren Austausch mit der Parteibasis diene auch der regelmäßige CDU-Stammtisch, der jeweils am letzten Freitag eines Monats stattfindet.
Da der bisherige stellvertretende Parteivorsitzende Thomas von Zagorski aus beruflichen Gründen aus dem Amt ausschied, wurde Georges Mailo als dessen Nachfolger gewählt. Der 36-jährige Sohn eines syrisch-orthodoxen Priesters ist verheiratet, hat vier Kinder und ist erst seit zwei Jahren in der CDU. Die Schwerpunkte seiner politischen Interessen sieht der Familienvater in der Schaffung von weiteren Chancen für Kinder und Jugendliche sowie in seiner klaren Position zu seinen konservativen, christlichen Werten. Georges Mailo, der mit überwältigender Mehrheit gewählt wurde, rückt vom bisherigen Beisitzer des Vorstandes zum stellvertretenden Parteivorsitzenden auf. Seine freiwerdende Position als Beisitzer hat ab sofort Bastian Heggemann (28) inne. Der ledige Handwerksmeister ist bereits als sachkundiger Bürger im Kulturausschuss der Stadt für die CDU aktiv. Auch er wurde mit großer Mehrheit gewählt.

Mit den Worten: „Die Arbeit der Fraktionen ist bunt“, charakterisierte der Fraktionsvorsitzende der Bad Lippspringer CDU, Walter Strop, die derzeitige Situation im Stadtrat, die seit der letzten Wahl für die CDU nicht einfacher geworden sei. Nach einem anfänglichen Kunterbunt kristallisierten sich bei den Ratsfraktionen jedoch  Positionen heraus, die sich einordnen ließen. Künftige, schwere Entscheidungen stünden für den Rat insbesondere bei der Schul- und Jugendpolitik an. Walter Strop verwies dabei auf die Zukunft der Hauptschule, die Veränderungen in der Schullandschaft in den Nachbargemeinden und auf die Jugendarbeit. Große Skepsis äusserte Walter Strop insbesondere gegenüber der Finanzierbarkeit eines Lehrschwimmbeckens im Therapiezentrum, wie dies derzeit von der Freien Wählergemeinschaft sowie dem Förderverein des Schwimmvereins gefordert werde.

Auf breite Zustimmung stieß die Abfrage zur Bewerbung Bad Lippspringes als Ausrichter der Landesgartenschau 2017. Einstimmig votierten die Parteimitglieder dafür und schlugen vor, schon jetzt Mittel zur Finanzierung in den Haushalt einzustellen. Strop kündigte für die Ratssitzung am 20. Dezember ein entsprechendes Votum der CDU sowie die konstruktive Mitarbeit seiner Partei am Vorhaben Landesgartenschau an.

Gespannt lauschten die Anwesenden schließlich den Worten des Bundestagsabgeordneten Carsten Linnemann, der sich zur Frage: „Integration, Verschuldung, Reformscheu – hat die Union noch ein konservatives Profil?“ äusserte. Carsten Linnemann vertritt die Auffassung, dass Integration in Deutschland in der Vergangenheit nur unzureichend stattgefunden habe. Die derzeit mit medialer Tragweite angefachte Debatte zu diesem Thema sei wichtig und müsse fortgeführt werden. „Wenn wir uns aus der Mitte der Gesellschaft heraus nicht mehr trauen, diese Debatte zu führen, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn die radikale Rechte in Deutschland gestärkt wird.“ Linnemann kritisierte in diesem Zusammenhang auch die SPD-Politikerin Andrea Nahles, die den Begriff „Leitkultur“ als einen „Kampfbegriff zur Abwertung anderer Kulturen“ verunglimpfe. „Es geht nicht darum, andere Kulturen abzuwerten, es geht darum den Wert der eigenen Kultur zu erkennen und zu wahren.“ Leitkultur definierte Carsten Linnemann als klares Bekenntnis zur Rechts- und Werteordnung in Deutschland. „Die Werte des Grundgesetzes sind nicht verhandelbar, ebenso nicht unsere Rechtsordnung und die soziale Marktwirtschaft. Alle drei Werte haben ihre Wurzeln im christlichen Menschenbild, zu dem die CDU mit dem „C“ in ihrem Namen ein klares Bekenntnis abgibt,“ konstatierte der Bundestagsabgeordnete unter dem Beifall der Anwesenden und stellte sich daraufhin einer ausgiebigen und lebhaften Diskussion.