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03.12.2019, 12:00 Uhr
CDU nominiert Lange einstimmig als Bürgermeisterkandidat
Bad Lippspringe (kar). Starker Vertrauensbeweis: Die CDU Bad Lippspringe hat Ulrich Lange einstimmig zu ihrem Kandidaten für die Bürgermeisterwahl 2020 nominiert. Lange sprach in einer ersten Reaktion von einem starken Signal der Geschlossenheit und wichtigen Motivationsschub für den anstehenden Wahlkampf.
Strahlende Gesichter nach erfolgreicher Wahl: der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Bastian Heggemann und CDU-Bürgermeisterkandidat Ulrich Lange. Foto: Klaus Karenfeld
Als Wahlleiter Hanswalther Lüttgens am Mittwochabend das Wahlergebnis verkündete, gab es lang anhaltenden Beifall: In geheimer Abstimmung hatten 41 Mitglieder für den 55-jährigen Diplom-Kaufmann votiert. Es gab keine Gegenstimmen oder Enthaltungen.

Mit ausschlaggebend für das starke Wahlergebnis dürfte Langes 25-minütige Nominierungsrede gewesen sein. Er skizzierte darin seine Vision von einem bürgernahen Bürgermeister, vergaß aber auch nicht, die Seele der Partei zu streicheln.

Vor allem war die Rede aber eines: sie war ehrlich. Das wurde deutlich, als Lange auf sein nicht immer einfaches Verhältnis zur Badestädter CDU in der Vergangenheit zu sprechen kam. Ja, es habe "Missverständnisse und gegenseitige Fehleinschätzungen" gegeben, gab der Kandidat zu. Die seien inzwischen aber in persönlichen Gesprächen ausgeräumt worden. Lange zeigte sich überzeugt: "Wir sind ein starkes Team, wenn wir an einem Strang ziehen."

Ein guter Bürgermeister, auch das stellte der CDU-Bewerber klar, müsse eine klare Vision von der Zukunft seiner Stadt haben. Seine Vorstellungen von einem lebens- und liebenswerten Bad Lippspringe verknüpfte Lange mit der Frage:  "Was müssen wir heute tun, damit es uns auch morgen noch gut geht?"

Im bevorstehenden Wahlkampf will Lange drei Schwerpunktthemen setzen. Eine seiner Zielvorstellungen ist es, Bad Lippspringe zu einer Stadt der Generationen zu entwickeln.

"Voraussetzung dafür ist ein attraktives Lebensumfeld", zeigte sich Lange überzeugt. "Dazu gehören eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung ebenso wie bezahlbarer Wohnraum für junge Familien und gute Einkaufsmöglichkeiten. Dazu gehört es aber auch, Vereine, kommunale und kirchliche Einrichtungen, Kindertagesstätten und Schulen gezielt miteinander zu vernetzen."

Lange blickte in seiner Rede aber auch über den Tellerrand hinaus. So kann er sich Kooperationsmöglichkeiten mit der Paderborner Universität (Beispiel: "Start-up-Förderung") genauso vorstellen wie gemeinsame Vermarktungskonzepte der Landesgartenschauen. Aufgeschlossen zeigte er sich auch für die Idee des gemeinsamen „Sozialen Raums“ mit der Nachbargemeinde Schlangen.

Ebenso ausführlich widmete sich Lange dem Thema "Bad Lippspringe als Gesundheitsstandort". Das Medizinische Zentrum für Gesundheit sei der wichtigste Arbeitgeber vor Ort. "Daher muss die wirtschaftliche Zukunft des kommunalen Unternehmens absolute Priorität haben", betonte der CDU-Kandidat nachdrücklich.

Zukünftig sei es aber auch  wichtig, neue touristische Angebote im Gesundheitssektor zu entwickeln. Bad Lippspringe mit seinem einzigartigen Heilklima, dem Kurwald, seinen Heilquellen und der erfolgreichen Landesgartenschau verfüge dazu über das notwendige Potenzial.

Als Fehler bezeichnete Lange die inzwischen gescheiterten Pläne, in Bad Lippspringe den Klimanotstand auszurufen. Er verfolge einen anderen Ansatz: "Wir müssen die klimatischen Bedingungen unserer Stadt als Standortvorteil herausstellen und durch eine effektive lokale Klimaschutzpolitik begleiten. Dazu gehört es, regenerative Energien zu nutzen und auf mehr Energieeffizienz zu setzen, sowohl im privaten Bereich als auch bei unseren kommunalen Gebäuden." Der CDU-Kandidat will in seine Arbeit auch die Menschen mit einbeziehen, die "sich seit Jahren in unserer Stadt für Natur- und Umweltthemen engagieren".

Und das brachte Lange zu seiner dritten Vision: "Ich wünsche mir Bad Lippspringe als Stadt der Gestalter." Die Marketing GmbH aufzulösen und ihre Aufgaben der Stadtverwaltung zu übertragen, bezeichnete Lange rückblickend als schwerwiegenden Fehler. Sein Gegenentwurf setzt auf eine "zukunftsorientierte Wirtschaftsförderung, ein professionelles Stadt-Marketing  und eine kreative Öffentlichkeitsarbeit".

Das tatsächlich reale Bild stelle sich heute leider anders dar: "Ein mit viel Aufwand renovierter aber toter Marktplatz, ein an Wochenenden zu einem Parkplatz umfunktionierter Rathausplatz, eine Detmolder Straße ohne Bäume oder ein Stadtfest ohne Herz dürften die Aufenthaltsqualität in unserer Stadt nicht gerade steigern."

Lange sprach sich darüber hinaus für eine solide Haushaltspolitik aus, bei der das Sparen aber auch kein Selbstzweck sein dürfe. Für zukunftsweisende Projekte wie den Neubau des Feuerwehrgerätehauses oder die grundlegende Sanierung des Freibades müsse auch in Zukunft das notwendige Geld vorhanden sein.

Zur Stadt der Gestalter, wie Lange sie sieht, gehört auch eine moderne und innovative Verwaltung, die sich unbürokratisch, hilfsbereit und freundlich zeigt.  Das Verwalten von Problemen könne nicht Ziel und Aufgabe eines Bürgermeisters sein, sondern die schnelle Problemlösung im Sinne der Bürger.